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International Friendship Society »Shadows, Wind Blows, Hurry Up, Protect The Fire«

Von Cathy

Ihre Musik ist fragil und grazil, sie treffen genau dorthin, wo sonst nur die Sonne durch die Haut tritt. Sie wärmen von der Stirn bis in die äußerste Spitze des Fußes. Man transzendiert förmlich dahin, denn es sind die Zwischentöne, die Töne zwischen dem Knacken eines Astes im Wind und der untergehenden Sonne.

So hört sich, die aus 12 Mitgliedern bestehende an.

Mit feinsten Klavierkompositionen, tiefen Bass und der zartbeseidenen Stimme, kommt ordentlich romantische und mystische Stimmung auf. Ihre ruhige, nein, beruhigende Musik variiert zwischen Songs mit nur zwei bis drei Instrumenten, meist Gitarre, Bass und Xylophon. Manchmal auch das Knistern der Schallplatte, oder das Singen von Vögeln im Winter. Auch der Gesang variiert zwischen Singen und dahingehauchten Sprechen. Die Lyrics passen auf eine Inlett‑ Seiten, und sind kurze subtile Momentaufnahmen, ähnlich der Beschreibungen für ein Theaterstück. Es ist ein einheitliches Kunstwerk aus poetischen Geschichten, die durch ihren Spannungsbogen (und den gibt es wirklich) zu einem großen Märchen verbunden werden. Dies liegt vor allen Dingen auch an den mystischen Klängen, die mit ungemein sphärischen, langgehaltenen Gitarrenakkorden abwechseln. Einzelne disharmonisch eingespielte Instrumente, sorgen für die gewissen Schatten und dunklen Flecken in dem erotisierten Romantikschein, der immer experimentelle Momente bereithält. Ein Vergleich sei mir gegönnt, denn es stach mir sofort ins Auge, besser ins Ohr. Die Ähnlichkeit zu Mono. Das fängt mit dem Albumtitel an »shadows, wind blows, hurry up, protect the fire…«, vgl. Mono »walking cloud and deep red sky, flag fluttered and the sun shined«. Okay, könnte jemand dazwischenrufen, ich habe wohl zuviel Gedichtvergleiche im Deutsch Leistungskurs gemacht. Aber mal abgesehen von Naturmetaphern und Aufzählungen, sind auch gemeinsame musikalische Momente zu finden. So das letzte Lied bei IFS, dass den symbolischen Namen »()« trägt, und quasi als »Light-Version« eines schweren, tief‑ melancholischen Mono Liedes durchgeht, welches von kaum hörbaren Klängen zu einem orchestralen Monument durchbricht, nur eben leichter. Wer ruhige, sphärische Gitarrenmusik, mit zerbrechlichem Gesang und einem Hauch Experimentalität (obwohl man eher geneigt ist zu sagen: Expertenmentalität) genießen möchte, und wer außerdem, ein wenig zu Melancholie neigt, dem sei diese Platte als heilsames Rezept verschrieben. Besser als Baldrian!


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