Von Sebastian
Um es kurz zu machen: nein danke! Beim Versuch, wahlweise den Muff Potter‑/Kettcar‑ oder Hot Water Music-Coverwettbewerb zu gewinnen, scheinen Jupiter Jones Backstage in die Bowle gefallen zu sein. Denn einzig die Plattenhülle wirkt gelungen; was man vom musikalisch dargebotenen emotionalen Punkrock nicht behaupten kann. Jupiter Jones schaffen es dann doch immer wieder, nahezu betonartig gegen die Magenwand zu drücken.
Die Songs »War nichts« und »Versickern/Verstanden« hätten noch problemlos durchgewunken werden können. Vielleicht wünscht sie sich mal jemand beim Tanzen und man wäre froh, dass der unerträgliche Rest für drei Minuten eine wohlverdiente Pause zugewiesen bekommt. Wenigstens in diesen Stücken macht der Vierer nicht den Fehler wahlweise in Kitsch oder plumpe Tempofahrt zu treten. Oft sind es nur einzelne Takte, ein überzogener Refrain beispielsweise wie bei »Alles Glück Der Welt«, bei dem sich die Band selbst im Weg steht.
Vielleicht wäre das Album auch gar nicht so tragisch, wenn man nur über »Wenn Alle Es Verstehen« hinwegsehen könnte. Doch das fällt ausgesprochen schwer. Wie schafft es eine Punkrock-Combo nur, so einen Song zu verbrechen? In ihm trifft sich das Liedgut von Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, den Scorpions, Peter Maffay und Matthias Reim – wenn das überhaupt reicht. »Wir sind so traurig«-Rock mit Im-Takt-Klatsch-Garantie ist wirklich unappetitlich. Das Gegenteil von gut bleibt eben doch nur gut gemeint.
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