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Kommando Sonne-nmilch »Jamaica«

Von Max

Angst macht keine Lärm. Wie die Sterne nur selten im vollen Glanz zu sehen und trotzdem allgegenwärtig. Jedes Fass läuft mal über. Jeder Glaube ist mal voll. Weltschmerz? Weltekel. Warum ist das so? Und so wird’s auch immer sein. Denn Kinder kriegen Kinder, was ist denn schon dabei? Stumpf und fertig hängen wir den ganzen Tag im Bett. Das Gute am Leben zieht an uns vorbei. Es sieht aus wie die lustigen Sammelbilder von Ernst Kahl. Ein Film von Ulrich Seidl.

Trotzdem Hoffnung. Sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert. Christ du alter Irrtum, deine Beine sind zu kurz. Gott wird es nicht richten können. Denk dir etwas anderes aus. Ist mir doch scheißegal. Ihr Christen seid doch viel zu nett‑ oder ihr seid zu brutal. Ohne Sinn vermehrt ihr euch. Und gottseidank zerstört ihr euch. Eine Naturkatastrophe nur für Deutschland, alles sollte hier mal endlich explodieren. Warum haben wir keinen Vulkan, der kotzen muss wie ich? Ausdruckslos und starr sitze ich auf meinem Weinfass und harre der Dinge. Die Gesellschaft ist Schuld, dass ich so bin. Und ist für immer in mir drin. Was weiß sie? Alles, was man von außen wissen kann, das heißt: nichts.

HERR DOCTOR, ICH WEISS AUCH NICHT. ES IST NE ART BELAG. ERSCHWERT MEIN GANZES LEBEN. DIE NERVEN LIEGEN BLANK. ES IST KEINE FREUDE AUFZUSTEHEN. GESPRÄCHE FALLEN MIR SCHWER. DER MENSCH AN SICH DER MACHT MIR RICHTIG ANGST.

(Die Ermahnung zur Happiness, in der der wissenschaftlich lebemännische Senatoriumsdirektor mit den nervösen Propagandachefs der Vergnügungsindustrie übereinstimmt, trägt die Züge des wütenden Vaters, der die Kinder anbrüllt weil sie nicht jubelnd die Treppe hinunterstürzen, wenn er misslaunisch aus dem Geschäft nach Hause kommt.)

Zerfressen von der Liebe. Doch beide tun so, als ob nichts los ist. Schüchternheit? Vernunft? Eisangeln? Hör’n wir auf uns zu verarschen. Es war ne garstig schöne Zeit. Und alles was gebrochen ist tut weh. Doch dann ist es endlich wieder Tag. Dem Arsch der Hölle nochmal entkommen. Ich glaube jetzt ich schaff es. Ich scheiß auf Sie. Es gibt Millionen von Ihnen. Und Reden ist jetzt silber und Schweigen ist es auch. MesserimBauchMann.

Hurra. Lass uns gehen, es ist egal. Der Tod, mit dem wir auf jeden Fall zu leben haben, sobald wir älter werden, der in uns wächst und als angor sich fühlbar macht oder von außen uns droht, der Tod wird hier herangerissen. Strangulieren tut überhaupt nicht weh. Du lässt dich fallen. Du fliegst. Du fällst wie ein Stein. Ein irres Kichern, ein Sausen in den Ohren. Warum weiterleben? Die Frage ist berechtigt. Es gibt nichts, wofür es sich lohnt zu Sterben. Darum sind wir hier, das ist warum ich bleibe. Mach es nicht wahr. Geh in die Schonung. Sei wie ein Igel. Irgendwann ist man wieder auf Null. Dann ist die Scheißzeit endlich vorüber.
Und das ganze war ein Leben, eine wunderschöne Qual.

(Blumen am Arsch der Hölle, Angeschissen, Dackelblut, , Kommando Sonne-nmilch, …But Alive, Terrorgruppe, Améry, Adorno, Nietzsche)


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