Von Dennis
Mittelmäßigkeit hat so viele Facetten. Während immer neue Produkte der Nutzlosigkeit an einem vorbeidefilieren, muss man sich gezielt entscheiden, wem oder was man seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Will man nicht ignorant sein, ist es unausweichlich, seinen Ohren ab und zu angeblich Frisches zu gönnen, sei es das Mixtape eines Freundes, leblose Mp3-Listen oder Promozeug für’s Webzine. Skepsis oder nicht, meistens wird man mit Grenzwertigem zugeschüttet, von dem man sich wünscht, es niemals in Empfang genommen zu haben. Wie viel schöner ist da, das Vertraute, das Liebgewonnene, das einem diese lauwarmen Glücksgefühle in den Bauch pumpt. Denn entschädigen tut uns niemand, wenn wir unsere Zeit mal wieder mit schlechten Platten verplempert haben. Man vergisst zu schätzen, was Wenigkeit eigentlich bedeutet. Weniger Unbehagen.
Knapp zwei Jahre ist es jetzt her, da erreichte uns On Fires letztes Album, welches damals nur mit Mühe ein verhaltenes Gähnen abrufen konnte, mehr nicht. Wie ein Lehrstück in Langeweile nistete sich »Truckstop Armageddon« für nur wenige Umdrehungen in meinen Player ein, um danach für immer in den Kisten schrottiger Promos zu landen. Dementsprechend voreingenommen war ich, als ich die Verpackung dieser CD abgepult hatte und auf den Bandnamen stierte.
On Fire überzeugen dieses Mal, wenn nicht vom Gegenteil, dann zumindest davon, dass sie es besser können. Geboten wird melodischer und bisweilen charmant umständlicher HC, der mit zweifachem Gesang für den Großteil der Spielzeit die Distanz zum Durchschnittscore bewahrt. Einige catchy Melodien hier, ein gelungener Refrain da, das Ganze zu vernünftigen Songs zusammengeschustert und kompetent vorgetragen – das ist mehr als viele Bands heutzutage bewerkstelligen. Sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange, aber mehr als einen Testlauf hat »Masquerades« diesmal auf jeden Fall verdient. Für Freunde von Endstand und Bane.
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