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Q And Not U »Power«

Von Chris

Angemessenerweise erwartet man des Öfteren von schon wohlbekannten Bands, dass sie in allerbester eigener Manier ihr neues Album vorlegen und man ob des altbekannten Guten sowieso schon weiß, mit welchen Prädikaten dies dann getrost beschrieben werden kann. Wer jedoch erwartet hätte, dass bei ihrem dritten Longplayer die alt gewohnte und darüber hinaus altbewährte Schiene fahren würden, liegt einfach falsch. Was hier aufgezogen wird lässt sich in keinster Weise irgendwelchen Konventionen ihres bisherigen traditionellen und eigenen Dischord-Sounds unterordnen. Abgefahren, trendy, flashig, sexy, tanzbar – die Attribute für das neue Album der drei Recken scheinen nicht auszureichen, um dieses nahezu epische Meisterwerk angemessen zu beschreiben. Wilde, durchgedrehte Mix-Musik, die weniger an die alte Fugazi-Schule der ersten Alben erinnert, sondern sich viel mehr am modernen Post-Punk und No-Wave orientiert, der seine Hauptprotagonisten mit , und mittlerweile gefunden zu haben scheint. Selbige Bands standen wohl auch Pate und wer sich darüber hinaus noch einen Sänger vorstellen kann, der zu diesem Sound einen manischen Vocal-Mix aus Michael Jackson, Rob Smith und einer gehörigen Portion Schrägness beisteuert, der mag sich auch ungefähr vorstellen, wie sehr dieses Gemisch Arsch tritt. Wobei an dieser Stelle unter allen Umständen darauf hingewiesen sei, dass mehr als ein purer Abklatsch der eben genannten Vorzeige-Post-No-Wave-Disco-Punx dabei heraus gekommen ist. Dafür sind die Songs einfach zu gut arrangiert und vor allem immer noch irgendwie . Ebenso nicht unerwähnt bleiben darf, dass trotz dieses Party-Feelings und der Verwirrung, die sich stringent durch das Album zieht, in gewissem Sinne immer auch eine Art unterschwellige Melancholie mitschwingt, die das antagonistische Konglomerat zugänglicher macht und sich so beim Hören ein Gefühl einstellt, das im besten Sinne grandios und im schlechtesten Sinne mit fantastisch betitelt werden muss. In Anbetracht der kalten Herbstmonate empfehle ich hiermit jeder und jedem mal alle Tristesse beiseite zu schieben und sich bei die nötige Power zu holen, um nach fertigem Hörgenuss chic gemacht in die Disco zu gehen, auf der Tanzfläche mit dem Popo zu wackeln und den üblichen Fashion-Victims die Immergleichheit mit gestreckter Faust und einem lauten »I fuck your system down!« auszutreiben.


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