Navigation

RIFU »Bombs For Food, Mines For Freedom«

Von Dennis

Im letzten Jahr ergab der Zufall, dass wir uns innerhalb einer Woche zweimal mit die Bühne teilten. Bei diesen Gelegenheiten konnte ich mich nicht nur erneut davon überzeugen, dass eine herausragende Live-Band ist, die ihre musikalischen Qualitäten gekonnt zur Schau stellt, sondern auch entspannte Leute dahinter stecken. Auf »Bombs For Food, Mines For Freedom« zeigen die vier Norweger jetzt, dass sie gelernt haben ihre Trademarks zu betonen und weiter auszubauen und gradliniger denn je ein Lied ins Ziel zu kloppen.

Problematisch sind aber mitunter die lyrischen Ergüsse der Band, in denen angeprangert wird was da Zeug hält und für den elendigen, versklavten Zustand der Welt auch immer nach den Verantwortlichen gesucht wird. Die, die die Welt unter sich aufteilen sind im linken Koordinatensystem nicht schwer zu finden und Freiheit ist unter der Fuchtel der Weltmacht USA angeblich auch nicht denkbar.

Sollte man deshalb als antiamerikanische Band denunzieren? Definitiv. Als ziemlich dämliche noch dazu, schließlich war man sich nicht zu fein auf dem letzten Longplayer »Dead End Street« der Zielgruppe als extra Kaufanreiz im Inlay eine Flagge der USA mit Hakenkreuzen zu präsentieren. Rechtliche Gründe bewahrten allerdings den deutsche Markt vor der Veröffentlichung dieser »scary flag«. Das Album-Layout wurde geändert und eine entschärfte Version veröffentlicht. Auch das aktuelle Album steht in dieser Tradition und appelliert an Amerika-Hasser. So wurde das unterliegende Thema, besser noch, die zentrale Botschaft in ein Layout gepflanzt, dass unter Revolutionsästhetikern und Befreiungsfetischisten schnell Früchte tragen wird. Eine schwarze Bookletseite mit George W. Bush, dem Teufel und einem Ölturm darauf, steht einer weißen gegenüber, die eine Masse mit in den Himmel gehobene Gewehren zeigt. Man muss jetzt schon sehr blöd sein, um diese Botschaft nicht zu verstehen. Kämpfende Völker der Welt wehren sich gegen Profitgier, Krieg und Unterdrückung, kurz gegen Kapitalismus, der einen Namen und ein Gesicht hat, nämlich das vom momentanen US-Präsidenten. Mit solch einem Politikverständnis sollten sich ihre Ohrfeige reichlich verdient haben. Leider bleibt die aus. Schließlich vertreten sie die linke Mehrheitsmeinung und nicht nur der Go-Kart-Werbezettel ist der Ansicht, dass es sich hier um den »perfekte(n) Soundtrack für die Revolution« handelt. Auch auf anderen Fanzine-Seiten wird leider nur unwidersprochen geklatscht oder der Fakt beschworen, dass es doch noch politische Punkbands gibt und artig danke gesagt. Leider. Musikalisch ist diese Band eine Ausnahme, ideologisch eine von vielen.


Artikel: versenden versenden   Drucken Drucken

Technorati Del.icio.us Myspace Facebook Digg Yigg Mr.Wong Webnews Netselektor Blogmarks Linkarena Newsvine 

Es wurde noch kein Kommentar abgegeben.

Reiss die Fresse auf:

XHTML: Du kannst die folgenden Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>




Schubladen
Surftipps
  • Faites Votre Jeu!
  • Communique1
  • Kittkritik