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Stop It! »Selfmade Map«

Von Chris

Grenzen aufbrechen, Widersprüche vereinigen. Das scheinen sich Stop It!! auf ihrem Debütalbum durchaus in den Kopf gesetzt zu haben. Dabei rausgekommen ist ein Konglomerat der Disharmonien, die harmonischer nicht sein können. Viel Epik, viel Sexyness, viel Emotionalität und ein Artwork, das jedem Killer zu trotzen vermag, lassen mich nur eine Frage stellen, die in Anbetracht der abgezockten Coolness mehr als angebracht scheint: wie bitte schön soll denn dieser Erstling noch zu toppen sein?

Stop It!! kommen aus der musikalischen Riege der US-amerikanischen Stadt Richmond, stehen allerdings dem damit verbundenen Sound fast gar nicht nahe. Emo im weitesten Sinne lassen die Buben vom Stapel, der mich an Bands wie Transistor Transistor oder North Of America und Konsorten erinnern lässt. Chaotisch, systematisch, kreischend, singend, rockend, poppend und, man möge mir verzeihen, durchaus postmodern. Ein Sound der bei all seiner Düsterheit dazu einlädt, blind in die Menge zu schiessen und dennoch so viel Charme hat, um sich nachher mit einer ehrlich gemeinten Entschuldigung aus dem Staub zu machen. Eine Band, die es immer wieder schafft, die Apokalypse mit dichten Gitarrenwänden und einem Gesang, der einem manchmal – so blöd ich mir bei diesen Vergleich an dieser Stelle auch vorkommen mag – wie sonst nur beim Küssen Gänsehaut verursacht, zu verhindern und dennoch zu beschwören. Sperrige Klänge, die passend zur textlichen Verzweiflung, eine Stimmung anbeten, in der es um Untergang und Hoffnung, Leidenschaft und Leben, um Hass und Wut geht.

Keine Band vereint soviel Widersprüche, wie Stop It!!. Und ich mache kein Geheimnis daraus: selten war eine Platte auf ihre Art und Weise so pessimistisch und angepisst, dass ich sie so positiv fand. Zugegeben, dieser Sound ist angesagt, aber nach Stop It!! dürfen 80 % der restlichen Bands, die sich diesem Sound verschrieben haben, getrost einpacken. Zu groß die Gefahr, dass sie auf der Bühne von den durchgeknallten Stop It!!´s tatsächlich nicht nur musikalisch umgepustet werden.

Danke für dieses Meisterwerk. Wenn die Welt untergehen wird, dann hör ich Stop It!! und tanze mit einem Lächeln ins Verderben. Ist ja schließlich rgendwie bezeichnend, dass die Band ihren ersten Auftritt an Halloween 2001 hatte.


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